
Affekte entfesselt und besänftigt von Christian B. Ströhle (22.11.2011)REUTLINGEN. »Gen Himmel hebt sein edler Sang die Herzen hoch empor«, heißt es in der deutschen Übersetzung. Die Rede ist vom Sänger Timotheus, der in der Ode John Drydens »Alexander's Feast or The Power of Musick« Alexander den Großen besingt, als dieser in der eroberten Stadt Persepolis ein rauschendes Fest gibt. Georg Friedrich Händel hat die Ode in einer prachtvollen Kantate vertont, mit einer programmatischen Musik, die starke Gefühle zu entfesseln vermag und zu besänftigen weiß. <<weiter lesen>>
Reutlingen. Zum Tag der heiligen Cäcilie, Schutzpatronin der Kirchenmusik, führten Philharmonia Chor, Solisten und ein Ensemble der Württembergischen Philharmonie Händels »Alexanderfest« in der Christuskirche auf.
Verwirrung herrscht um Georg Friedrich Händels »Alexanders Feast or The Power of Musick« oder Alexanderfest. Ist es tatsächlich so beliebt, wie behauptet wird, oder kennt das Werk in Wirklichkeit keiner? Worum geht es darin überhaupt? Dem Titel nach um die Macht der Musik, dargestellt in einer opulenten Allegorie mit Solisten, Chor und Orchester. Das Fantasie-Personal, bestehend aus dem Kriegshelden Alexander, seiner Geliebten Thais, dem Gegner Darius, dem Sänger Timotheus und der heiligen Cäcilie ist nur indirekt im Text anwesend, eine Handlung kaum auszumachen. Im Grunde ist vor allem die barocke Affektenlehre am Werk, die zur Zeit Händels im Schwange war: Die Emotion der Musik bestimmt die des Hörers.<<weiter lesen>>
Dir, Musik, sei Preis! (22.11.2011)Reutlingen. Mit entsprechendem Gelage soll Alexander der Große in Persepolis seinen Sieg über die Perser gefeiert haben. 1692 fasste John Dryden das Ereignis in einer Ode zusammen und 1736 vertonte Georg Friedrich Händel das „Alexanderfest“ zu Ehren der Heiligen Cäcilie. Am Sonntagabend brachte der Philharmonia Chor Reutlingen gemeinsam mit der Württembergischen Philharmonie das Werk unter der Leitung von Martin Künstner in der Christuskirche auf die Bühne und begeisterte etwa 200 Zuhörer. <<weiter lesen>>