
Konzertreise – Philharmonia Chor Reutlingen mit dem Kammerorchester Ebingen in Florenz REUTLINGEN/FLORENZ. Kunst und Kultur, Musik und Wohltätigkeit - dies alles band die Konzertreise des Philharmonia-Chors Reutlingen mit dem Kammerorchester Ebingen nach Florenz zusammen. Anlass für Reise und Auftritt war ein Benefizkonzert zugunsten eines Kinderhauses in Sambia, organisiert durch die Tochter des Ebinger Dirigenten Dietmar Oberer, Dr. Angela Oberer, die seit Langem in Florenz lebt und an der Kunstakademie unterrichtet.
Basierend auf der langjährigen Bekanntschaft von Dietmar Oberer mit dem künstlerischen Leiter des Philharmonia-Chors,
Martin Künstner, luden die Ebinger Instrumentalisten die Reutlinger Choristen ein, gemeinsam das Konzert in Florenz
zu gestalten. Und da man gute Erfahrungen mit Sängerreisen nach Italien hat - vor drei Jahren war Rom das Ziel gewesen,
vor fünf Jahren Mailand und Como - wurde das Angebot auch prompt angenommen.
Bruckner in Siena
Der erste Auftritt des Chors war allerdings nicht in Florenz, sondern in der Nachbarstadt Siena. Auch wenn die Sienesen
es nicht geschafft haben, die Ausmaße des Florentiner Doms zu übertreffen, die prächtige Ausstattung samt des berühmten
Schmuckbodens entschädigt für vieles. Direkt neben dem Grabmal des Piccolomini-Papstes Julius II. erklangen im
Rahmen einer Andacht Bruckner-Motetten. Dann ging es Richtung Campo, dem Rathausplatz und anschließend zu einer
Führung.
Schauplatz des eigentlichen Benefizkonzerts war San Frediano in Cestello in Florenz. Die kunsthistorisch nicht so bedeutsame Barockkirche liegt auf dem rechten Arno-Ufer. Dorthin hatte die »Vima Lupwa Homes Organisation« samt ihrer europäische Präsidentin Dr. Angela Oberer geladen. Die Gesellschaft betreibt in Mikomfwa (Sambia) ein Kinderhaus. Brechend voll war die Kirche allerdings nicht. Rund 150 Zuhörer erlebten das Konzert. Nach dem Concerto grosso op 6. Nr. 12 von Georg Friedrich Händel erklang das bekannte Doppelkonzert für Oboe und Geige in d-Moll von Johann-Sebastian Bach. Da die Gesamtleitung bei Dietmar Oberer lag, konnte sich Chorleiter Martin Künstner, im Hauptberuf Oboist der Württembergischen Philharmonie, in seinem ureigenen Metier bewegen und er tat dies zusammen mit der Tübinger Geigerin Julia Galic tänzerisch bewegt und klangschön.
Die Messe G-Dur von Franz Schubert beschloss die Aufführung. Das Hechinger Kammerorchester und der Philharmonia-Chor hatten sich gut aufeinander eingestellt und lieferten zusammen mit den Solisten (teilweise aus den Reihen des Chors) eine durchaus angemessene Interpretation mit prägnanter Dymamik und Ausdrucksstärke ab.
Florenz und Siena bieten einen ungeheuren Reichtum an Kunst und Architektur insbesondere aus Gotik und Renaissance. Und so stand diese Reise nicht nur im Zeichen der Musik, sondern auch im Zeichen von Kunst und Kultur. Ob »Duomo«, Palazzo Vecchio, Medici-Kapelle, Or San Michele oder Academia mit Michelangelos David - die Sänger waren viel unterwegs und spürten abends, dass in Florenz nicht nur Paläste und Kirchen aus solidem Steinmaterial bestehen, sondern auch Straßen und Gehwege.